Girlsplaining von Katja Klengel

Werbung (Rezensionsexemplar)

Warum haben wir vor dem Wort „Vulva“ mehr Angst als vor „Voldemort“? Müssen wir uns wirklich für unsere Körperbehaarung schämen? Wieso werden im Schulunterricht hauptsächlich männliche Autoren gelesen? Und warum sind die Geschlechterrollen bei Kinderspielzeug in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stecken geblieben?

In „Girlsplaining“ geht Katja Klengel diesen Fragen auf den Grund und schildert mit Humor und schonungsloser Offenheit ihre persönlichen Erfahrungen und vermeintlichen Unzulänglichkeiten – und was es für sie bedeutet, heute eine Frau zu sein.

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Auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich das große Glück den „Reprodukt“ Verlag kennenzulernen, einen Verlag der sich auch versteht mit wichtigen Themen auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel dem Feminismus.
Der Comic hatte schon des Öfteren meine Aufmerksamkeit erlangt und als Anabelle mich dann an den Stand schickte um mir den Verlag näher anzusehen, war es um mich geschehen und ich hab dankend und voller Freude den Comic als Rezensionsexemplar angenommen.

Katja Klengel geht in ihrem Comic „Girlsplaining“ auf grundlegende Probleme der Gesellschaft ein, und das mit Humor und wunderbaren von ihr kreierten Illustrationen. Des Öfteren wird Bezug auf bekannte Personen der Popkultur genommen, so finden wir Anspielungen auf „Sex and the City“ und auch um „Harry Potter“ kommt man nicht drum herum. Das alles fand ich einfach grandios. Die Autorin schreibt mit solch einem Selbstverständnis und in einer Alltagssprache, die gefühlt jeden anspricht und mein Innerstes dazu bringt nur bejahend schreien zu wollen.

Frau Klengel schreibt über persönliche Erfahrungen und es gibt verschiedene Kapitel in denen sie auf diese eingeht. Nehmen wir das Beispiel der behaarten Beine, so denke ich kennt jede Frau das Gefühl im Sommer wenn man zum Strand fahren möchte allerdings vergessen hat, vorher die lästigen Stoppeln zu entfernen. Für mich persönlich ist es einfach angenehmer, die Haare an meinen Beinen zu entfernen. Jedoch, ist das wahrscheinlich unterbewusst auch mit der Norm verbunden, dass Frauen am besten gar keine Haare am Körper tragen sollten und wenn dann nur lange Haare und perfekt gepflegte Augenbrauen. Dass eine Frau Scham empfindet, weil sie ein paar kleine Haaransätze am Bein hat, sollte allerdings nicht Norm sein, da es ja eigentlich ganz natürlich ist und selbst wenn eine Frau sich entscheiden sollte ihre Beine nicht zu rasieren, ist es ebenfalls ihre Sache weil es ihr Körper ist. (Und sein wir mal ehrlich. Wen juckt es wirklich wenn man ein paar Härchen an den Beinen hat, auf die sowieso keiner achtet außer man selbst, da wir mit dieser Unsicherheit gefüttert wurden? Dieses Jahr, wenn ihr im Auto sitzt und es euch dann auffällt, dass ihr nicht dran gedacht habt obwohl ihr es ja noch vorhattet: Go for it, habt eine schöne Zeit!)

Es sind Situationen, denen wir alle schon einmal im Alltag begegnet sind oder mit großer Wahrscheinlichkeit noch in unserem Leben als Frau in der heutigen Gesellschaft begegnen werden. Als Frau, soll man für mehrere Dinge Scham empfinden, dies spiegelt Katja Klengel zum Beispiel auch damit wieder, dass das Wort „Vulva“ das „Voldemort“ unserer Gesellschaft ist.

Ein weiterer Aspekt, der mir sehr gut gefallen hat, waren die Zeichnungen selbst. Sie sind zwar nicht sonderlich detailreich, aber ich finde sie zeigen perfekt wie aus dem Leben gegriffen dieser Comic ist. Mich konnte jede Seite einfach nur begeistern und auch das Farbschema fand ich super.

Fazit: 

Wenn ihr euch für den Feminismus interessiert, kann ich euch diesen Comic wirklich nur ans Herz legen. Katja Klengel hat ganz offen und herzlich Problematiken dargestellt, die uns unser Leben lang begleiten. Ob es die erste Menstruation ist oder auch das von uns Frauen erwartet wird, doch irgendwann Kinder zu haben weil wir ja doch dafür gemacht sind.
Ihr Humor ist einfach grandios und ich würde mich freuen, wenn sie noch mehr veröffentlicht. 


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